am 12.02.2019 Remote Work

5 Gründe nicht remote zu arbeiten

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Arbeiten (fast) wann man will, hingehen wohin man will, das Leben genau so gestalten, wie es einem gefällt. Für viele klingt das nach einem totalen No-Brainer.
Für wen soll die persönliche Erfüllung denn nicht das Richtige sein, könnte man denken.

Wir haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass es gar nicht mal so wenige Menschen gibt, die mit dem Konzept „Remote arbeiten“ nicht warm werden können. Hier findest du Anhaltspunkte, die dir verraten können, ob ein ortsunabhängiger Job vielleicht die falsche Entscheidung für dich ist:

1. Du stehst gerne morgens im Stau. Wenn im Stau stehen dein Hobby ist raten wir dir ernsthaft davon ab, einen Remotejob anzunehmen. Du wirst vielleicht joggen gehen, oder länger mit dem Hund laufen. Oder in deinen Kaffee meditieren. Aber jeden Morgen im Stau stehen gehört wahrscheinlich nicht mehr zu deiner täglichen Routine.

2. Du vermisst den direkten Kontakt mit deinen Arbeitskollegen. Okay, Spaß beiseite. Wenn du ein sehr geselliger Mensch bist und dich im Arbeitsumfeld gerne langfristig (physisch) mit denselben Menschen umgibst, dann wird dir wohl die Luft in einem Remotejob schnell etwas zu dünn. Du kannst natürlich auch langfristig in einem Coworking-Space arbeiten – allerdings herrscht auch dort ein regeres Kommen und Gehen als in einem herkömmlichen Büro. Jeder wie er will eben. Vielleicht ist aber auch dein soziales Umfeld so stabil, dass dir das nichts ausmacht. Aber es kann tatsächlich einsam werden, denn wenn alle immer auf der Durchreise sind, sind die Kontakte zwar unglaublich freundlich, bleiben aber ziemlich oberflächlich.

3. Du hast Schwierigkeiten, eigenständig Entscheidungen zu treffen. Du hast so ziemlich alle Möglichkeiten, dein Leben zu gestalten. Wer es gerne sehr überschaubar mag, blendet das vielleicht von vorneherein aus und weiß gar nicht, was gemeint ist (das „stille Kämmerlein“). Wenn du aber gerne deine Fühler ausstreckst kann dich dein scheinbar endloser Entscheidungsfreiraum vollkommen lähmen. Was mache ich zuerst? Das? Oder lieber das? Oder vielleicht etwas ganz anderes? Gehe ich nach hier, da, oder dort? In welcher Reihenfolge? Wie lange? Wie will ich mein Leben gestalten? Gefällt es mir so wie es ist? Wer bin ich eigentlich?

4. Du hast dich aus Überzeugung gegen Selbstständigkeit entschieden. Wenn du es bequem findest, jeden Monat einfach Gehalt aufs Konto zu kriegen, du einfach die Anweisungen vom Chef befolgst, gerne abarbeitest was auf den Schreibtisch kommt und deine Priorisierung dein Privatleben über dein Arbeitsleben ansiedelt, dann wird dich ein Remotejob wahrscheinlich verrückt machen. Es ist keiner physisch da, der dir ständig über die Schulter schauen kann. Manche Probleme musst du selbst lösen, selbst ausbaden und das führt dazu, dass du ziemlich schnell ein eher ausgeprägtes Verantwortungsgefühl für deinen Arbeitsbereich bekommst. Arbeitsvertrag hin oder her, du wirst wahrscheinlich sehr interessiert daran sein, deinen Bereich am Laufen zu halten. Vielleicht wirst du nicht selbstständig, aber eigenständig definitiv. Wenn dir diese Freiheit wichtig ist, wirst du sie auch ernst nehmen. Täglich um 17 Uhr den Stift fallen zu lassen ist ein Konzept, mit dem du dich in einem Remotejob nicht sehr beliebt machst - und sei es bloß deshalb, weil du in einer Zeitzone sitzt, die nicht zu der deiner Kollegen passt und ihr euch aber abstimmen müsst. 

5. Du hast keine Lust, Arbeit und Privatleben zu vermischen. Das hängt natürlich mit dem vorherigen Punkt zusammen und ist unserer Meinung nach einer der Unterschiede. Ob du als Freelancer oder angestellt remote arbeitest, spielt da keine so große Rolle. Du wirst E- Mails auch mal eben um 22 Uhr beantworten, eine Slack-Nachricht vom Chef lesen, während du mit Freunden essen gehst (und darauf antworten wirst du wahrscheinlich auch) und während dein Partner Sonntag morgens duscht, schaust du mehr oder minder heimlich, wie die Lage so ist und löschst schon mal den Spam aus dem Postfach. Vielleicht löst du die Grenze nicht auf, aber sie wird verwischen. Du kannst problemlos um 10 Uhr mit der Arbeit anfangen und jeden Tag pünktlich um 13 Uhr das Mittagessen für die Kinder auf den Tisch stellen, aber dann wirst du deine Stunden eben nach hinten legen und auch dann arbeiten, wenn dein Partner nach Feierabend neben dir auf der Couch sitzt und ein Buch liest, Xbox spielt oder telefoniert.
Wenn du dann noch beginnst zu reisen, ist der Clash deines Privat- und Arbeitslebens vorprogrammiert. Insbesondere wir Deutschsprachigen definieren uns ja sehr über unsere Arbeit. Wenn du jemanden kennen lernst und ihm von deinem Job erzählst, machen dich deine Arbeitsbedingungen (und die Abenteuer, die du sicherlich tagein, tagaus erlebst) zu einer aufregenden Kuriosität, die du immer wieder erläutern wirst. Wie soll man das noch auseinanderhalten? Deine Arbeit wird ein Teil von dir, ein Grundbaustein der riesigen Freiheit die du genießt und sie wird zum Persönlichkeitsattribut. Ich wiederhole mich vielleicht, aber: Grenzen gibt es nur im Kopf.

Also: Augen auf bei der Jobwahl!

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