am 05.03.2019 Arbeitswelt

Marktvorteil durch Ortsunabhängigkeit?

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Muss ich mich als Unternehmer für meine Firma aufopfern und alles andere hintenanstellen? Die Verlockung mag zwar manchmal groß sein, aber es gibt keinen Grund mehr, sich im Leben entweder für Familie oder für Karriere zu entscheiden, denn es gibt bereits erfolgreich gelebte Arbeitsmodelle mit denen beides problemlos kombinierbar wird. Wir stellen euch vor, dass sich hinter der Umstellung auf ortsunabhängiges Arbeiten nicht nur ein unschätzbarer Mehrwehrt im Lebensalltag, sondern bei richtigem Handling ein klarer Marktvorteil verbirgt.Als eine der nicht so ganz häufig gestreuten Firmen im deutschsprachigen Raum, die vollkommen remote arbeitet, sind wir im konstanten Kontakt mit Menschen, die dieses Arbeitsmodell oft eher misstrauisch beäugen. Wenn man darauf zu sprechen kommt, gibt es einige Fragen, die wir von den Unternehmern zuverlässig immer wieder hören: 
 


  • - Wie könnt ihr nachvollziehen, was eure Mitarbeiter machen?
    - Wie behält man da die Übersicht?
    - Woher weiß ich, ob die auch genug Stunden arbeiten?
    - Wie kommuniziert man da noch mit seinen Mitarbeitern?

Und das ist für gewöhnlich der Knackpunkt an der Geschichte - ohne die Bereitschaft, seinen Mitarbeitern ein ganzes Stück Vertrauen zu schenken und gleichzeitig erst einmal etwas Kontrolle abzugeben, funktioniert das nicht. Allerdings sind sich auch in Folgendem Punkt die Remote-Unternehmer einig: Wenn es mit Mitarbeitern remote funktioniert, dann funktioniert es richtig. Dann hat man ein Team überdurchschnittlich ergebnisorientierter, eigenverantwortlicher und eigenständiger Mitarbeiter um sich, die auch in Punkto Loyalität Ihresgleichen suchen. 
Das schlägt sich definitiv in den Ergebnissen nieder.
Was da nach einem No-Brainer klingt, 
kann allerdings in der anfänglichen Umstellung erst einmal gruselig sein, insbesondere wenn man eine Firma wie das eigene Baby aus den sprichwörtlichen Kinderschuhen groß gezogen hat und nun plötzlich loslassen soll.

Wollen wir doch aber ganz pragmatisch einige der Wogen glätten.

Die Gefahr, als Unternehmer von der arbeitsfaulen Belegschaft hinter's Licht geführt zu werden, sehen wir aus unserer Erfahrung heraus nicht. Wieso? Klartext - weil wir durch diese Arbeitsweise den Mitarbeitern auch mehr bieten können als die meisten anderen Unternehmen. Man arbeitet nicht auf die monatliche Gehaltsüberweisung hin, sondern bekommt obendrauf die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie und wo man am Besten arbeitet. Wie man leben will. Wie viel man vielleicht reisen möchte. Ob man mit seinem Partner geht, wenn der eine neue Stelle am anderen Ende der Republik, oder in einem anderen Land antritt. Realistisch betrachtet wissen die Menschen diese Freiheiten sehr genau zu schätzen und setzen diese nicht durch Gedankenlosigkeit oder mutwillige Faulheit auf's Spiel. Eher im Gegenteil.
Kontrolle der Arbeitszeit - naja. Wenn man argwöhnisch auf jede halbe Stunde schaut, die ein Mitarbeiter geleistet hat (oder nicht), dann hat man noch ein wenig mentale Vorarbeit zu leisten.
Statt die reine Stundenanzahl zu betrachen kann man sich an der Qualität der Arbeitsergebnisse der Mitarbeiter orientieren. Sinkt diese Qualität, wird man natürlich hellhörig und sollte herausfinden, wo der Hund begraben liegt. Das ist allerdings universell und nicht ausschließlich für Remotearbeit gültig.
Solange eure Kunden 9 - 5 arbeiten, werden zudem auch eure Mitarbeiter weitestgehend zu diesen Zeiten aktiv sein. Über Chat-Tools wie Slack kann man auch mit einem Blick sehen, wer gerade da ist (das ist viel charmanter als die gute alte Flur-Patrouille).

Morgens sagt man Bescheid, dass man da ist und am Ende des Tages verabschiedet man sich. Wie überall sonst auch. 
Eigene Tages-, Wochen- oder Monatsziele stellt man via Slack bei uns in einem anderen Channel vor. So wissen alle, an was man gerade arbeitet. Wir arbeiten zusätzlich mit unserer eigenen Software und dokumentieren in den Historien unserer Kunden, Lieferanten und Partnern fleißig alles was geschieht. Über die Funktion „Letzte Aktivitäten“ sieht jeder ganz genau, wer zu welcher Zeit mit welcher Person kommuniziert hat, über welchen Kanal und sogar um was es ging. Auch das ist an Transparenz wohl eher unerreicht im gewöhnlichen Büroalltag.

Schließlich unser Lieblingsthema Kommunikation. Da man nicht einfach mal kurz zur Lieblingskollegin nebenan laufen kann, muss man sich aktiv Zeit nehmen um miteinander sprechen. Und zwar gezielt. Kommunikation ist in einer Remotefirma nicht mehr das unbedachte Beiwerk der Tatsache, dass man zufällig zusammen im selben Raum sitzt oder sich an der Kaffeemaschine trifft. Kommunikation wird zum vielseitigen Werkzeug des Erfolgs.

Es gibt außerdem eine ganze Reihe „harter Fakten“, die man nicht unbeachtet lassen sollte:

- Die Fixkosten sinken drastisch. Mietkosten, Nebenkosten, Büroeinrichtung und alle damit notwendigen Versicherungen fallen schlichtweg weg. 

- Das eröffnet natürlich finanziell andere Spielräume. Man kann aktiv etwas mit dem eingesparten Betrag machen, zum Beispiel Spenden an einen wohltätigen Zweck, finanzielle Investition in Mitarbeiterzufriedenheit, betriebliche Gesundheitsvorsorge, usw. Vielleicht nimmt auch einfach „nur“ der selbstgemachte Leistungsdruck ab, denn die Kostendeckung wird schneller erreicht, oder statt sechzig Stunden pro Woche zu arbeiten, kann man personelle Entlastung schaffen. Vielleicht ist dies sogar der größte Mehrgewinn als Unternehmer.

- Auch man selbst wird in seiner Alltagsgestaltung maßgeblich freier. Remotearbeit lässt sich problemlos mit dem Familienleben integrieren. Auch ohne Kinder kann dieses Modell in einer Partnerschaft zu einer großen Entlastung führen, denn neben dem weit verbreiteten 9 to 5 gibt es insbesondere im Gesundheitsbereich und der Gastronomie auch Menschen, die wechselnde Schichten arbeiten. Kann man Arbeitsort und ggf. auch Arbeitszeit variieren, kann man ganz neue Räume schaffen. 

- Netzwerken wird unendlich einfacher und effektiver, denn momentan ist diese Art zu arbeiten im deutschsprachigen Raum noch eher die Ausnahme. Die Aussage „ich arbeite ortsunabhängig“ ist ein Alleinstellungsmerkmal, das im Gedächtnis bleibt und ein toller Gesprächsaufhänger.

- Gestaltungsfreiräume bringen eine merkliche Motivationssteigerung mit sich. Wer das eigene Arbeitsumfeld so intensiv nach seinen individuellen Wünschen und Bedürfnissen gestalten kann, arbeitet konzentrierter, bewusster und erzielt oft bessere Leistung. Das gilt für jeden im Unternehmen. 

Tatsache ist, dass erfolgreiche ortsunabhängige Unternehmen den quantitativ überlegenen ortsgebundenen Unternehmen mit Erfolg in keinster Weise nachstehen. Wer seine Mitarbeiter nicht nur fordert, sondern auf diese Weise fördert, kann Glanzleistungen erwarten. Vielleicht legt sich dann auch das Gefühl, man würde am Besten alles selbst machen.

Jasmin Rheiner

JASMIN MACHT BEI JULITEC: Verwaltung, Personal-Administration, Content-Erstellung -- SIE MAG: Ihre beiden Hunde, Natur, Yoga, Fitness, Kitesurfen.

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